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Geschichte

Stille- Die Hoffnung stirbt zuletzt

Diese Geschichte beruht teilweise auf dem Lied Given Up von Linkin Park. Es hat mich auf die ganze Idee gebracht und manche Teile sind aus dem Lied übernommen.

Stille. Es ist so ruhig. Kein Ton, kein Licht, kein Mensch. Nichts passiert. Es ist, als ob die Zeit stehen geblieben ist. Nur ich schreibe. Die Tasten meiner Tastatur klicken, sonst?- Nichts.

Wieso? Es ist Nacht, meine Lieblingszeit, doch diese Nacht ist anders als die anderen. Es ist ruhig und dunkel. Kein Licht in Sicht, außer das kalte Computerlicht, was mein Zimmer bedrohlich erscheinen lässt. Aber warum sitze ich im blassen, kalten Licht? Ich bin traurig, tot traurig. Niemand ist für mich da. Meine Freundinnen schließen mich aus und finden sich zu cool für mich. Mein Freund, er hat Schluss gemacht, nach ganzen 4 Jahren. Meine Familie, meine Eltern streiten sich nur noch und Geschwister? Die habe ich nicht.
Wieso muss das alles auf einmal kommen? Das Mobbing, der Streit, die Trennung und wieso ich? Wieso? Wollen die mich ärgern? Wollen sie mich leiden sehen? Was wollen sie? Ich will nur eins, nicht mehr leben. Ich fühle mich hässlich und nutzlos. Und ausgenutzt. Mein Freund hat mich nur benutzt, damit er glücklich ist. Die Küsse, die Liebe, war alles nicht echt? Ich habe mich ausnutzten lassen, ich Idiot. Und jetzt? Ich bin fast tot. Nur noch ein kleiner Schritt, aber wie? Mit dem Messer? Tabletten? Bleichmittel? Was soll ich machen?

Abwarten.

Die Nacht zieht sich wie immer hin wie Kaugummis, nicht wie eins, nicht wie zwei, wie viele, sehr zähe Kaugummis. Meine Eltern schlafen, auch wenn nicht in einem Bett. Ihre Liebe ist vorbei alles ist vorbei und mein Leben auch, fast. Nur noch ein kleiner Schritt.

Ich schneide mich von der Außenwelt ab. Ich bin doch eh allen egal. Allen.

Mein Leben ist schlimm. Schlimmer als alles andere was ich je gemacht habe, schlimmer als alle anderen Leben. Ich habe alles versucht, doch jetzt kann ich nur noch eins machen, aufgeben. I given up.

Ich hasse nicht nur mein Leben, meine Mitmenschen, ich hasse mich. Das ist Hass. Kein harmloser Hass, wie ich ihn kannte, nein, es ist schrecklich.

Das Leben ist so hart, so scharf, so kalt. Wie fühlt sich glücklich sein an? Wie war das? War ich jemals glücklich? War ich das?

Ich suchte Hilfe von Mitmenschen, doch niemanden interessierte das. Ich betete, ich flehte die Leute an. Doch niemand holte mich aus diesem Elend raus, aus diesem bescheuerten Leben raus. Niemand!

Will ich wirklich sterben? Ich habe Angst, aber ich schaff es nicht mehr. Ich kann nichts, ich bin nutzlos, ich bin Abfall, Dreck.

 

 

Ein neuer Tag. Ein neuer Tag voll Hass, ein neuer Tag in meinem scheiß Leben. Ein neuer Tag voll Tränen, voll Blut, voll Unglück, voll von dem Wunsch zu sterben, voll Angst.

Ich stehe langsam auf, obwohl ich lieber in meinem Bett bleiben will. Mich verkriechen will, nicht da sein will.

Wie in einem Traum ging ich in die Küche um mir etwas zu essen zu machen. Alles ging mechanisch. Ich fühle mich wie eine Hülle ohne Seele. Meine Eltern waren bereits arbeiten. Arbeiten? Ach, es ist ja Montag. Ich schaue auf die Uhr. Es ist bereits 9 Uhr. Doch anstatt mich zu beeilen, mache ich langsam. Wenn zu spät kommen, dann richtig. So werde ich wenigstens nicht 7 Stunden gemobbt. Nein, das war schon erträglicher.

Ich gehe ins Bad. Ich sehe das Rasiermesser auf dem Waschbeckenrand liegen. Soll ich? Schießt es mir durch den Kopf? Ich unterdrücke den Drang und mache mich fertig. Wie in Zeitlupe gehe ich in die Schule. Vor der Tür halte ich inne. Klopfen? Nein, dahinter warten Feinde. Weglaufen? Das würde ich liebend gern tuen, doch wenn ich schon schwach bin, dann kann ich auch in die Klasse gehen. Schwächer als jetzt werden kann ich nicht.

Ich klopfe. Meine Lehrerin öffnet die Tür. „So spät Charlotte?“ Ich nicke nur abwesend. „Was ist mit dir? Du bist so blass und siehst unglücklich aus!“ Ich höre einen unterdrückten Lacher. „Wir sprechen uns in der Pause, setzt dich!“ Wie betäubt gehe ich auf meinen Platz und setzte mich. Alle schauen mich an. Manche zeigen mit dem Finger auf mich, andere tuscheln mit ihren Freunden. Ich blende alles aus und starre Löcher in die Luft. Nach einer halben Ewigkeit ist die Stunde endlich zu Ende. Ich will aufstehen und gehen, doch meine Lehrerin hindert mich. „Sag mal Charlotte, kann es sein, dass du irgendwelche Probleme hast?“ Ich starre sie an- Sie starrt zurück. „Du kannst sie mir ruhig anvertrauen! Soll ich mit deinen Eltern reden?“ Ich sage nichts und starre aus dem Fenster, ihr Blick ist gruselig, ich habe Angst. Mich packt die Wut. Sie legt ihre Hand auf meine Schulter. Ich wehre sie ab, doch sie legt sie wieder hin. Da kann ich mich nicht mehr halten, schiebe ihre Hand weg und fange an zu schreien, und zu heulen: „Lassen sie mich verdammt noch mal in Ruhe! Ich will nicht! Ich rede nicht darüber und schon gar nicht mit einer Lehrerin!“ Ich renne aus der Klasse. Auf dem Gang warten ein paar Mitschüler. Sie dürfen mich nicht weinen sehen, doch ich kann mich nicht verstecken. Die Jungs sind schneller als ich. Sie halten mich fest und drängen mich in die Ecke. Und jetzt? Was wollen sie von mir? Was soll ich diesmal machen? Ich will ihnen kein Geld geben, ich will mich auch nicht ausnutzten lassen, für nichts. Ich sehe Janik. Janik, mein Ex-Freund. Ich sehe, wie Linn und Sophia angelaufen kommen, meine ehemaligen besten Freundinnen. Ich sehe Louca, meinen alten besten Freund. Was machen sie da? Weshalb stellen sie sich gegen mich? Was habe ich getan? Ich kann nicht anders, ich schreie. Ich schreie: „Lasst mich verdammt noch mal in Ruhe! Ihr müsst mir nicht täglich zeigen, was ich für ein Dreck bin. Ihr könnt mich mal!“ Ich will die Jungs wegschubsen, doch ich bin schwach. Ich werde immer mehr gegen die Wand gedrückt. Es gibt keinen Ausweg mehr. Alles ist hoffnungslos. „Du hässliches Mädchen! Was für Klamotten trägst du denn da? Sind wohl vom Müllhaufen!“, ruft Linn. Mir treten wieder die Tränen in die Augen. „Weißt du eigentlich, was du für ein Nichtsnutz bist? Dümmer als Stroh!“ Ich kann nicht anders, ich weine. Ich schäme mich, aber ich es geht nicht. Doch diese Wut, sie gibt mir Löwenkraft. Ich reiße mich los und renne. Weg, weg, weg. Ich renne nach Hause. Ich renne ins Bad. Da, ich sehe das Rasiermesser liegen. Ich kann nicht anders, ich muss es tun. Wieso ist diese Welt nur so Scheiße? Wieso muss ich das Opfer sein? Wieso ist das so? Wieso? Wieso bin ich die Blöde? Wieso geht es mir so? Kann es nicht anderen so wehtun wie mir?
Es tut sau weh, doch ich spüre eh nur Schmerz, da macht das nichts aus. Das Blut läuft den Arm herunter und mir wird schwindelig. Wieso? Es ist nur Blut. Nur mein Blut. Mir wird schlecht und ich habe keinen Halt mehr, meine Hände rutschen ab. Alles wird schwarz.

 

Ich sehe ein Licht in der Dunkelheit, ganz klein, aber deutlich. Ich will mich aufrappeln und laufen, doch es kommt nicht näher. Langsam beginne ich zu zweifeln und die Hoffnung wieder aufzugeben. Der Mut ist wieder weg.

 

Ich sitze auf meinem Bett. Und jetzt? Noch immer laufen mir die Tränen hinunter. Sie sind heiß auf meiner kalten Haut. Sie brennen wie Feuer. Ich sitze einfach nur da und lasse es über mich ergehen. Dann beginne ich wieder an mir zu zweifeln. Bin ich wirklich so doof? So hässlich? So nutzlos? Für meinen Ex war ich von Nutzen, er hat mich ausgenutzt. Für nichts war ich 4 Jahre mit ihm zusammen. Die Jahre hab ich verschwendet. Und jetzt? Was soll ich jetzt machen? War das nicht schön, Liebe? War ich da glücklich, als ich noch nicht von dem ganzen wusste? War ich das? Ich schließe die Augen. Ich sah ihn und mich. Händchenhaltend gingen wir durch ein Feld. Die Sonne schien warm auf meine Haut. Strahlendblauer Himmel. Ich sah uns lachen. Er legte den Arm um meine Schulter. Ja, ich war glücklich. Und es war ein atemberaubendes Gefühl. Ich dachte weiter nach. Über das Leben, die Liebe über alles was mir in den Sinn kam. Nein, es war nicht selbstverständlich glücklich zu sein. Nein, es war für manche Leute besonders. Es kann so nicht weitergehen. Wie heißt es noch mal? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich begann Mut zu fassen. Wenn mir mein Leben nicht gefällt, änder‘ ich es. Meine Einstellung, meinen Stil, meine Freunde, meine Frisur, mein Leben.

Frischen Mutes nehme ich meinen Geldbeutel. Wenn schon, dann aber richtig. Ich laufe zur Bushaltestelle und nehme den Bus in die Stadt.

Abends sitze ich zufrieden in meinem Bett. Aus einem sportlichen Mädchen wurde plötzlich ein Mädchen was in Kleidern rumläuft. In Ballerinas, in süßen Rüschentops. Auch bei meinem Make-Up sieht es anders aus. Immer mehr rosa tummelt sich in meinem Kästchen. Die Haare. Aus der ellenlangen struppigen Mähne ist eine glänzende Haarpracht geworden. Ob es so viele Leute gibt, die sich an einem Tag so verändern? Charlotte, morgen wirst du selbstbewusst in die Schule gehen und allen Idioten die Zunge raustrecken. Du wirst mutig sein und dich nicht unterkriegen lassen, du wirst du selbst sein. Dann knipse ich das Licht aus und schlafe ein. Stille, aber keine traurige Stille. Ist das glücklich sein? Genau das? Es ist wundervoll.

Am nächsten Tag gehe ich voller Hoffnung in die Schule. Vor der Klassenzimmertür bleibe ich noch einmal stehen und atme tief durch. Du schaffst das Charlotte!

Ja, das istder Anfang einer Geschichte von mir

13.3.13 19:07

Letzte Einträge: Dieser Tag ist so..., Freude, Endlich Zeit, Ja- Nein- Vielleicht, Das Leben ist nicht cool.

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